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Deutschland ohne Illusionen

Buchcover Susanne Kerckhoff, Berliner Briefe, Verlag "Das kulturelle Gedächtnis"

Auf Platz 1 der Sommerausgabe Juli und August 2020 der SWR Bestenliste steht der Roman "Berliner Briefe" von Susanne Kerckhoff (1918 - 1950). 1945 trat sie in die SPD ein und 1948 in die SED. Sie schrieb für die Satirezeitschrift "Ulenspiegel“ und wurde Feuilletonchefin der "Berliner Zeitung", bis sie wegen eines Artikels in politischen Misskredit geriet und sich tötete.

Kerckhoffs Briefroman ist laut der 30-köpfigen Kritikerjury "die mit erstaunlicher Distanz und Disziplin verfasste Selbstüberprüfung einer jungen Intellektuellen, die den Nationalsozialismus in der inneren Emigration überstanden hat, geschrieben mit klarem Bewusstsein und unideologischem Blick, frei von Illusionen."

Die "Berliner Zeitung" und das SED-Regime wurden Ende 2019 übrigens erneut Thema, als bekannt wurde, dass der neue Verleger, Holger Friedrich, zwischen 1987 und 1989 NVA-Kameraden für die Stasi bespitzelte. Auch soll er 1985 eine Ex-Freundin denunziert haben. In ihrer "Berliner Botschaft" dankten Holger und Silke Friedrich u. a. dem letzten SED-Generalsekretär, Egon Krenz, weil er "Millionen Menschen selbstbestimmte, positive Lebenswege ermöglicht[e]".

 

Susanne Kerckhoff:
Berliner Briefe
Verlag Das kulturelle Gedächtnis

Gebunden, mit Kopffarbschnitt und Prägung, 112 Seiten
20 Euro


Wildtiere vor unserer Haustür

Buchcover "Wild! Der Steinkauz", Moses-Verlag / BUND

Was wir kennen, können wir schützen – die neue Buchreihe WILD! des moses-Verlag in Kooperation mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) widmet sich heimischen Tieren, deren Lebensraum massiv bedroht wird. Kinder ab 8 Jahren erleben beim Lesen Naturschutz direkt vor ihrer Haustür. Das Besondere: Die Bücher kombinieren einen Sachteil, in den das Know-How der Wildtierexperten des BUND eingeflossen ist, mit einem erzählenden Teil aus der Lebenswelt der Tiere, einfühlsam und anschaulich geschrieben vom Autorenduo Annett Stütze und Britta Vorbach, liebevoll illustriert von Bente Schlick. Im umfangreichen Sachteil erfahren die kleinen Leserinnen und Leser jeweils alles Wissenswerte über die Lebensweise von Steinkauz und Wildkatze, verwandte Arten, Nahrung und Fortpflanzung der Tiere sowie ihre wichtige Rolle in unserem Ökosystem und wie man sie schützen kann.

WILD! Die Wildkatze
WILD! Der Steinkauz (NEU)
Ab 8 Jahren

Hardcover, 96 Seiten, ca. 23 cm x 23 cm

je € 14,95


Kein Pausenbrot, keine Kindheit, keine Chance

Viele Bücherliebhaber haben wenig Geld. Doch wirkliche Armut ist noch etwas anderes, als wenig Geld zu haben. "Es ist eine Mischung aus Zigarettenrauch, gemischt mit Essen, gemischt mit Käsefüßen, Schweiß, das Fenster wird nie geöffnet – in dem Geruch schwingt eine gewisse Unordnung mit", so der junge Buchautor Jeremias Thiel (Jahrgang 2001) in einem Interview mit "bento", dem Jugendmagazin vom "Spiegel": "Menschen, die mal arm waren oder arm sind wissen, was ich meine." Thiel, dessen Eltern psychisch krank waren, ging mit 11 Jahren zum Jugendamt und bat, aus der Familie genommen zu werden. Daraufhin kam er in ein SOS-Kinderdorf - ein Schritt, den er nie bereute. Heute studiert er und engagiert sich in der SPD für Kinderrechte.

Jeremias Thiel:
Kein Pausenbrot, keine Kindheit, keine Chancen (Leseprobe)
Piper, 224 Seiten, Klappenbroschur
16 Euro


Amartya Sen erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2020

Porträtfotos Amartya Sen (Foto: Fronteiras do Pensamento)
Foto: Fronteiras do Pensamento (CC BY-SA 2.0-Lizenz)

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den indischen Wirtschaftswissenschaftler, Philosophen und Nobelpreisträger Amartya Sen zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Wir ehren mit Amartya Sen einen Philosophen, der sich als Vordenker seit Jahrzehnten mit Fragen der globalen Gerechtigkeit auseinandersetzt und dessen Arbeiten zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit in Bezug auf Bildung und Gesundheit heute so relevant sind wie nie zuvor."

 

Für sein einflussreiches Wirken und seine in über 30 Sprachen übersetzten Bücher erhielt der Wirtschaftsphilosoph zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1998 den Nobelpreis für Wirtschaft, sowie über 100 Ehrendoktortitel. Er lebt in Cambridge (Massachusetts) und ist seit 1991 mit der britischen Wirtschaftshistorikerin Emma Georgina Rothschild-Sen verheiratet, die ebenfalls an der Harvard University lehrt. Er ist Vater von vier Kindern.

Buchcover Amartya Sen, Die Idee der Gerechtigkeit, dtv

Keine immer leichte, aber lohnenswerte Kost ist Sens 2010 erschienenes Werk "Die Idee der Gerechtigkeit". Darin stellt er die spannende Frage: "Wem gehört die Flöte?" Dem Kind, das bereits Flöte spielen kann, oder dem Kind, das zu arm ist, um sich eine Flöte zu leisten - oder aber dem Kind, das schon seit langem auf eine Flöte spart?

Amartya Sen
Das Problem der Gerechtigkeit (Leseprobe)
dtv, Broschur, 496 Seiten
14,90 Euro

Buchcover Amartya Sen, Gleichheit? Welche Gleichheit? Reclams Universalbibliothek

Reclam hat im vergangenen Jahr einen klassischen Aufsatz Sens aus dem Jahr 1979 neu aufgelegt. Er ist eher etwas für philosophisch Vorgebildete:


Amartya Sen:

Gleichheit? Welche Gleichheit?

Was bedeutet das alles? (Leseprobe)
Reclams Universalbibliothek, 72 Seiten
6 Euro


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