Belletristik

Robotermädchen
Belletristik · 04. Mai 2021
Unbedingt erwähnenswert ist das neue Buch des japanisch-britischen Schriftstellers Kazuo Ishiguro, der 2017 den Literaturnobelpreis erhielt. Darin geht es um eine künstliche Intelligenz namens "Klara", die Jugendliche auf dem Weg ins Erwachsenenwerden begleiten soll. Vom Schaufenster eines Spielwarengeschäfts aus beobachtet sie das Treiben auf der Straße und wartet darauf, erworben zu werden. Als sie endlich von der kleinen Josie gekauft wird, entwickeln sich die Dinge für sie unerwartet....

Buchcover Claudia Durastanti, Die Fremde (Hanser Verlag)
Belletristik · 04. Mai 2021
Lesen Sie gerne fremde autobiographische Familiengeschichten? Bedingt, oder? Meist reicht einem ja schon die eigene schmutzige Wäsche. Ein neuer, bei Hanser erschienener Roman muss jedoch ein kleines Meisterwerk sein. Darin beschreibt die 1984 in Brooklyn geborene, mittlerweile in Lond lebende Schriftstellerin Claudia Durastanti ihre Kindheit mit zwei gehörlosen Elternteilen. Wer Rührung à la "Verstehen Sie die Béliers?" erwartet, wird enttäuscht - Durastantis Kindheit war hart, von...

Belletristik · 04. Mai 2021
Wenn Sie gerade einen netten Krimi (ohne skandinavische Serienmörder) suchen, der Sie vorübergehend aus dem Corona-Elend beamt, dann sind Sie mit dem druckfrischen neuen Krimi von Louise Penny gut bedient. Die kanadische Autorin hat es einfach raus, Spannung mit einer sehr atmophärischen ländlichen Idylle zu verbinden: Three Pines ist ein Dorf, das mysteriöserweise nur der sieht, der schon von seiner Existenz weiß, und die dorthin exilierten sympathischen Charakterköpfe halten zusammen....

Belletristik · 04. Mai 2021
Erinnern Sie sich noch an den Voll-Lockdown im Frühjahr 2020 - wie still Köln plötzlich war? Die erste Zeit war es herrlich still. Dann bekam man allmählich doch Hummeln im Hintern und wollte an die Luft. Im Park wiederum traf man auf Jogger, die aerosolkeuchend an einem vorbeihetzten, und drehte wieder um. Zurück in der Wohnung war man erneut auf sich zurückgeworfen. Insgesamt fühlte man sich an das berühmte Bonmot von Blaise Pascal erinnert, "das ganze Unglück der Menschen rührt...

Buchcover Gil Ribeiro, Schwarzer August. Lost in Fuseta (KiWi-Paperback)
Belletristik · 28. Juni 2020
Entweder, Sie sind bereits Fan - oder wir dürfen Sie auf eine unterhaltsame Krimiserie aufmerksam machen, deren 4. Band nun erschienen ist: Wie geht es Leander Lost - dem autistischen Hamburger Kommissar, den es dienstlich an die Algarve verschlagen hat -, seit er mit Soraia liiert ist, der Schwester seiner Vorgesetzten? Wunderbar. Nur die gefährliche Arbeit nimmt kein Ende: Dieses Mal fliegt eine kleine Bankfiliale in die Luft, und weitere tückische Anschläge folgen. Mithilfe Leanders...

Buchcover Walden, Henry David Thoreau, dtv
Belletristik · 28. Juni 2020
Das WDR-Projekt "Walden" steht seit kurzem unter www.zusammen-walden.de online: Es erwartet Sie ein rund 16-stündiges Hörspiel in 26 Kapiteln nach dem Klassiker von Henry David Thoreau. Der WDR hatte daraus ein Schwarmhörspiel gemacht und im April seine Hörerinnen und Hörer aufgerufen, jeweils eine der 503 Seiten online einzulesen. Innerhalb weniger Tage luden 500 User ihre Interpretation einer Textpassage hoch und gestalteten so das Hörspiel mit. Schließlich verbanden Andreas Ammer,...

Buchcover Mary MacLane: Ich erwarte die Ankunft des Teufels. Reclam
Belletristik · 28. Juni 2020
Hier spricht kein "Opfer", sondern eine souveräner Mensch: Den unangefochtenen ersten Platz der SWR-Bestenliste belegt im Juni die Autobiographie von Mary MacLane (1881 - 1929). Die kanadisch-amerikanische Autorin war laut Jury "früh davon überzeugt ein Genie zu sein. Im Alter von 19 Jahren veröffentlichte sie ihr literarisches Debüt in Tagebuchform, landete innerhalb eines Monats einen Bestseller und stieß die konservativ und vor allem männlich dominierte Öffentlichkeit komplett vor...

Buchcover Patti Smith, Im Jahr des Affen, Kiepenheuer & Witsch
Belletristik · 28. Juni 2020
Was für eine Künstlerin - kein Wunder, dass Bob Dylan sie 2016 an seiner statt zur Nobelpreisverleihung nach Stockholm schickte. In einem Arbeiterhaushalt in New Jersey aufgewachsen, entdeckte Patti Smith bei einem Fabrikjob während der Mittagspause zufällig Rimbaud in einem Buchladen, und eine Künstlerin war geboren. Sie ging nach New York, traf den Fotografen Robert Mapplethorpe, begann Lyrik zu schreiben, Musik zu machen und hatte in den 1970er Jahren Welterfolge mit Rocksongs wie...

Quelle: Screenshot Seite 1 von https://thenewcriterion1926.files.wordpress.com/2014/12/woolf-on-being-ill.pdf
Belletristik · 06. April 2020
Die große englische Schriftstellerin Virginia Woolf (1882 - 1941) wunderte sich 1926 in einem Essay, warum Kranksein in der Literatur kaum vorkommt. Die Gründe lagen für sie auf der Hand: Um der beständigen Abhängigkeit des Geistes vom Körper fest ins Auge zu sehen, bräuchte man "den Mut eines Löwenbändigers, eine robuste Philosophie, einen Verstand mit Wurzeln in den Eingeweiden der Erde." Ihr Stil ist so reich, phantasievoll und treffend zugleich, dass es bis heute ein Vergnügen...